In unmittelbarer Nähe zur Altstadt befindet sich das dreieckförmige Kriesiareal, am Fusse des steilen Abhang des Schlossberges und an der stark befahrenen Bruggerstrasse, von einem Hochhaus aus den 60er Jahren gesäumt. Im Zuge einer grossen Verkehrssanierung aus der gleichen Zeit wurde der Hahnrainweg von der übrigen Altstadt abgetrennt und die heute bestehenden Gebäude blieben als städtebauliche Fragmente übrig. Der definierte Bearbeitungsperimeter klammert zwei Häuser im Areal aus und setzt eine wesentliche Leitplanke für den Entwurf. Aus den zwei romantischen Altstadthäusern mit ihrer kleinmassstäblichen Volumetrie entwickelt sich für das Areal eine Konstellation von dicht gestellten Häusern. Kein Tabula Rasa- Ansatz sondern ein sorgfältiges Weiterbauen in analoger Weise mit engen Gassen, einer steilen Treppe zur Schlossruine und einem zentralen, öffentlichen Platz. Der markante Schlossberg auf der Südwestseite weitet seinen natürlichen Verlauf bis an die Rütistrasse und die Bruggerstrasse aus. Hier schieben sich die neuen Volumen in den Schlossberg und verbinden sich mit dem gewachsenen Terrain. Das vorhandene Grün wird durch keine weiteren Bepflanzungen ergänzt, sondern in seiner natürlich gewachsenen Form gestärkt. Natürliches Grün und Asphalt stossen direkt aneinander, dazwischen der neue öffentliche Platz mit Kalksteinbetonbelag und Brunnen im Zentrum der Häuser.